RASSEBESCHREIBUNG


 

Der Mastino Napoletano                  

 

Der imposante Wach - und Familienhund mit sanften Gemüt

Ursprung: Italien / 27.11.1989 - Standard F.C.I. n. 197

Verwendung: Schutz- und Wachhund

FCI-Einteilung: Gruppe 2

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: der Mastino Napoletano ist ein Nachfahre des großen römischen

Molosserhundes, den Columelle im ersten Jahrhundert nach Christus in seinem Werk "de re rustica " beschrieben

hat. Die römische Legionen, an deren Seite er kämpfte, verbreiteten ihn in ganz Europa; er wurde zum Ursprung

vieler doggenartiger Rassen in den anderen europäischen Ländern. Jahrhundertelang überlebte er in den Ländereien

am Fuße des Vesuv und ganz allgemein in Gegend um Neapel; dank der Hartnäckigkeit und Opferbereitschaft einer

Gruppe von Kynologen begann seit 1947 wieder eine kontrollierte Zuchtauswahl.

ALLGEMEINE ERSCHEINUNG: schwerer, massiger, stämmiger und großer Hund, dessen Körperlänge die

Widerristhöhe übertrifft.

WICHTIGE PROPORTIONEN: der Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe um 10 %. Die Kopflänge entspricht 3/10

der Widerristhöhe. Das Verhältnis Oberkopf zu Fang beträgt 2 zu 1.

VERHALTEN UND WESEN: beständiges, treues Wesen, ohne Grund weder aggressiv noch bissig; dem Heim und seinen

Bewohnern ist er ein stets wachsamer Beschützer, intelligent, edel und majestätisch.

KOPF: kurz und massig, am Jochbeinbogen breiter Schädel; die Kopflänge erreicht ungefähr 3/10 der Widerristhöhe.

Die reichlich vorhandene Haut bildet Runzeln und Falten, deren typischste und ausgeprägteste vom äußeren

Lidwinkel zum Lefzenwinkel verläuft. Die oberen Begrenzungslinien von Schädel und Fang sind parallel.

SCHÄDELREGION: der Schädel ist breit, flach, besonders zwischen den Ohren, und, von vorne gesehen, in seiner

Vorderpartie leicht konvex. Seine Breite zwischen den beiden Jochbeinen ist größer als die halbe Kopflänge.

Die Jochbeinbogen treten stark hervor, aber mit flachen Muskeln. Die Vorsprünge des Stirnbeins sind stark entwickelt;

die Stirnfurche ist ausgeprägt; der Hinterhauptvorsatz ist kaum angedeutet.

STOP: gut ausgeprägt

 

GESICHTSREGION

NASENSCHWAMM: in der Verlängerung des Nasenrückens gelegen, darf er nicht über die vordere senkrechte

Bezugslinie der Lefzen vorspringen; er muss massig sein, mit großen, gut geöffneten Nasenlöchern. Seine Farbe hängt

von der des Harrkleides ab; schwarz bei schwarzen Exemplaren, dunkles Grau-Braun bei Hunden anderer Farbe und

bei braunem Haarkleid.

FANG: er ist sehr breit und hoch; seine Länge entspricht der des Nasenrückens und muss einem Drittel der Kopflänge

 entsprechen. Die Seiten sind parallel zueinander, so das der Fang von vorne besehen praktisch die Form eines

Vierecks hat.

LEFZEN: fleischig, dick und reichlich, von vorne besehen bilden die Oberlefzen an ihrer Nahtstelle ein umgedrehtes "V".

Der untere seitliche Saum des Fanges wird von den Oberlefzen gebildet; ihre tiefste Stelle ist der Lippenwinkel mit

sichtbaren Schleimhäuten vertikal unterhalb des äußeren Augenwinkels.

KIEFER: kräftig, mit starken Kieferknochen und perfekt zusammenpassenden Zahnbogen. der Kinnbacken muss in

der Breite gut entwickelt sein.

ZÄHNE: weiß, gleichmäßig entwickelt, gut ausgerichtet und vollzählig. Scherengebiss, d.h. die oberen Schneidezähne

bedecken die unteren mit engem Kontaktschluss und sie sitzen senkrecht im Kiefer, oder Zangengebiss, d.h. das die

oberen Schneidezähne mit ihrem freien Ende die Spitzen der unteren Schneidezähne berühren.

AUGEN: die gut auseinander stehenden Augen liegen nach vorne auf gleicher Ebene; die Lidöffnung ist nahezu rund;

der Augapfel liegt leicht eingebettet. Im Vergleich zur Fellfarbe ist  die Farbe der Iris dunkler, jedoch darf das Auge bei

helleren Fellfarben ebenfalls heller sein.

OHREN: im Verhältnis zur Größe des Hundes sind sie kleiner, von dreieckiger Form, platt, an den Wangen anliegend

und über dem Jochbeinbogen angesetzt. Wenn sie kupiert sind, haben sie die Form eines nahezu gleichseitigen Dreiecks.

 

HALS

PROFIL: die obere Linie ist leicht konvex.

LÄNGE: eher kurz, er misst ungefähr 2,8/10 der Widerristhöhe.

FORM: er hat die Form eines Kegelstumpfes  und ist gut bemuskelt. Auf halber Länge gemessen entspricht sein Umfang

 ungefähr 8/10 der Widerristhöhe.

HAUT: die Halsunterseite besitzt reichlich lockere Haut, die eine doppelte, gut unterteilte aber nicht gering ausgebildete

Wamme formt. Sie beginnt in Höhe der Kieferäste und reicht nicht über die Halsmitte hinaus.

RUMPF: die Rumpflänge übertrifft die Widerristhöhe um 10%.

OBERE LINIE: die obere Rückenlinie ist gerade; der Widerrist ist breit, lang und nicht sehr hervortretend.

RÜCKEN: er ist breit und seine Länge entspricht etwa 1/3 der Widerristhöhe. Die Lenden müssen harmonisch in den

Rücken übergehen und die Muskulatur muss in der Breite gut entwickelt sein. Der Brustkasten ist geräumig mit langen,

gut gewölbten Rippen. Der Umfang des Brustkaten übertrifft die Widerristhöhe um etwa 1/4.

KRUPPE: sie ist breit, kräftig und gut bemuskelt. Ihre Neigung zur Horizontalen beträgt, gemessen am Beckenknochen,

ungefähr 30%. Ihre Länge entspricht 3/10 der Widerristhöhe. Die Hüften stehen hervor, so dass sie die obere

Lendenlinie erreichen.

BRUST: sie ist breit offen, mit gut entwickelter Brustmuskulatur. Ihre Breite steht in direkter Beziehung  zu der des

Brustkastens und erreicht 40-45% der Widerristhöhe. Die Brustbeinspitze liegt in Höhe der Schultergelenkspitze.

RUTE: am Ansatz ist sie breit und dick; sie ist kräftig und verjüngt sich zur Spitze hin. In der Länge reicht sie bis zum

Sprunggelenk, aber üblicherweise wird sie auf 2/3 ihrer Länge gekürzt. In der Ruhestellung wird sie herabhängend

als Säbelrute getragen; in der Bewegung hebt sie sich bis zur Horizontalen oder etwas höher als der Rücken.

VORDERE GLIEDMASSEN: die vorderen Gliedmassen sind in ihrer Gesamtheit, vom Boden bis zur Ellebogenspitze,

von vorne wie  von der Seite betrachtet, lotrecht und von kräftigem, der Größe des Hundes angemessenem Knochenbau.

SCHULTER: ihre Länge beträgt etwa 3/10 der Widerristhöhe mit einer Neigung von 50° - 60° zur Horizontalen. Die

Muskulatur ist gut entwickelt, mit langen, gut unterscheidbaren Muskeln. Der Winkel des Schultergelenks beträgt 105° - 115°.

OBERARM: er misst ungefähr 30% der Widerristhöhe, seine Neigung zur Horizontalen beträgt 55° - 60° und er ist mit

kräftiger Muskulatur versehen.

ELLBOGEN: sie sind mit reichlich lockerer Haut versehen und liegen nicht zu eng am Brustkasten an.

UNTERARM: seine Länge entspricht nahezu der des Oberarms. Er steht völlig senkrecht und ist von kräftigem

Knochenbau und mitgut entwickelter, trockener Muskulatur versehen.

FUSSWURZEL: sehr breit, trocken und ohne Verdickungen verlängert sie die senkrechte Linie des Unterarms.

MITTELFUSS: flach, verlängert er die senkrechte Linie des Unterarms. Seine Neigung zur Horizontalen nach

vorne beträgt 70° - 75°. Seine Länge entspricht ungefähr 1/6 der Gliedmassenlänge vom Boden bis zum

Ellebogen.

PFOTEN: von runder Form, groß mit gewölbten, gut geschlossenen Zehen. Die Sohlenkissen sind trocken, hart und gut

pigmentiert. Die Nägel sind stark, gebogen und von dunkler Farbe.

HINTERE GLIEDMASSEN: in ihrer Gesamtheit müssen sie kräftig und robust sein, im Verhältnis zur Größe des Hundes

stehen und den bei den Gangarten gewünschten Vortrieb gewährleisten können.

OBERSCHENKEL: in der Länge misst er 1/3 der Widerristhöhe und seine Neigung zur Horizontalen beträgt ungefähr 60°.

Er ist breit, mit dicken, hervortretenden aber gut voneinander abgesetzten Muskeln. Oberschenkel und Becken bilden

einen Winkel von90°.

UNTERSCHENKEL: in der Länge etwas kürzer als der Oberschenkel und mit einer Neigung von 50° - 55°; er ist von

starkem Knochenbau und mit gut sichtbarer Muskulatur versehen.

KNIEGELENK: der Winkel zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein beträgt ungefähr 110° - 115°.

SPRUNGGELENK: sehr lang im Vergleich zur Unterschenkellänge, seine Länge beträgt 2,5/10 der Widerristhöhe.

Der Gelenkwinkel zwischen Schienbein und Fußwurzel beträgt 140° - 145°.

HINTERMITTELFUSS: trocken und kräftig, nahezu zylindrisch; völlig lotrecht, seine  Länge  beträgt ungefähr

1/4 der Widerristhöhe; eventuell vorhandene Afterkrallen müssen entfernt werden.

PFOTEN: kleiner als die vorderen, rund mit gut geschlossenen Zehen, Sohlenkissen trocken, hart und

pigmentiert. Nägel stark, gebogen und von dunkler Farbe.

GANGARTEN: sie stellen eines der typischen Merkmale der Rasse dar. Im Schritt ist der Gang katzengleich

wie der Schritt des Löwen, langsam und dem eines Bären ähnelnd. Der Trab ist gekennzeichnet durch starken

Schub der hinteren und weites Ausgreifen der vorderen Gliedmaßen. Der Hund verfällt selten in den Galopp;

übliche Gangarten: Schritt und Trab. Paßgang wird toleriert.

HAUT: am ganzen Körper dick, reichlich und locker, besonders am Kopf, wo sie zahlreiche Falten und

Runzeln bildet, und an der Halsunterseite, wo sie eine doppelte Wamme formt

 

HAARKLEID

BESCHAFFENHEIT DES HAARKLEIDES: kurz, rauh und hart, dicht, überall von gleicher Länge und

gleichmäßig glatt, dünn und höchstens 1,5 cm lang. Es darf keinerlei Anzeichen von Fransen zeigen.

HAARFARBE: die bevorzugten Farben sind: grau, bleigrau und schwarz, aber auch braun, falbfarben

und intensiv falbfarben(hirschrot), manchmal mit kleinen weißen Flecken an Brust und Zehenspitzen.

Alle Farben dürfen gestromt sein. Die Farbtöne haselnussbraun, taubengrau und isabellfarben werden toleriert.

 

GRÖSSE UND GEWICHT

WIDERRISTHÖHE:              Rüden                   65 - 75 cm                                  

                                     Hündinnen          60 - 68 cm

 

Man gewährt nach oben und unten eine Toleranz von 2 cm.

 

GEWICHT:                           Rüden                  60 - 70 kg

                                              Hündinnen           50 - 60 kg

 

Mein Zuchtziel als verantwortungsvoller Züchter ist es einen gesunden ,ruhigen, aufmerksamen

und belastbaren Hund zu züchten.

                                                                                                          Struckl Günther